Zinsen erhöhen die
Geldmenge ohne gleichzeitige Erhöhung des Warenangebots. Auch Dienstleistungen stehen nicht mehr zum Austausch zu Verfügung, nachdem sie erbracht wurden. So erhöht sich automatisch immer weiter die Menge des Geldes. Und durch den
Zinseszins-Effekt ab einem bestimmten Zeitpunkt exponentiell. Es kommt damit zu einer immer schnelleren Neu-Bewertung der Waren, die dafür gehandelt werden.
In Zeiten von Versorgungsknappheit schlägt sich dann dieses Geldmengenwachstum in den Grundversorgungspreisen wie Lebensmitteln nieder. In Zeiten der gesicherten Grundversorgung gehen diese überschüssigen Liquiditäten dann meist in die Kapitalmärkte. So hat sich in der Vergangenheit eine vermögensverzehrende Wirtschaft entwickelt. Im Gegensatz zu einer auf Wirtschaftsleistung beruhenden Wirtschaft. Bisher mußte immer erst etwas erzeugt werden, um es verbrauchen zu können. Jetzt besteht die Möglichkeit, durch Neuaufnahme von Krediten zu konsumieren. Es findet also eine Höherbewertung von z.B. Immobilien oder Aktien statt, ohne daß wirklich neue Werte geschaffen werden, wie man das in einer Aktienbubble oder Immobilienbubble beobachten kann.
Man sieht es am Beispiel der USA in den letzten Jahren. Durch die steigenden Immobilienpreise konnten die Häuser immer höher beliehen werden. Diese zusätzlichen Kredite wurden dann verkonsumiert, d.h. z.B. weitere Konsumgüter wie elektronische Geräte gekauft oder Reisen finanziert u.s.w. Genauso wie zur Jahrtausenwende zuerst durch die steigenden Aktienmärkte eine immer größere Nachfrage nach den Aktien entstand, bis es zu einem Einbruch der Nachfrage kam und die Preise fielen und viele Anleger große Verluste erlitten, vor allem wenn der Aktienkauf nicht mit eigenem Geld, sondern noch auf Krediten beruhte.
Evtl. ist diese Geldmengenerhöhung auch systemimmanent , da die alten Schulden durch immer neue höhere Schulden getilgt werden. Aufgrund des Zinseszins-Effektes und des damit verbundenen geometrischen Wachstums ist auf lange Sicht eine Inflation mit diesem System unausweichlich, was die internationalen Notenbanken zu verhindern versuchen. Da das Geldmengenwachstum in dem Fiat Money System, also ohne Anbindung an reale Werte, wie eine Goldanlage oder andere Sachwerte ohne Widerstände wachsen kann.
Laut Überlieferungen ist das Papiergeld entstanden, als findige Köpfe auf die Idee gekommen sind, die Besitzscheine von Gold in Golddepots zu inflationieren d.h. mehr Besitzscheine in Umlauf zu bringen, als tatsächlich Gold im Depot war.
Denn die Überlegung, die dahinter stand war, daß nicht alle Besitzer von Gold gleichzeitig kommen würden und ihr Geld abholen würden. So lag der Anteil des Goldwerts am umlaufenden Geld 1921 bei 28,4% und 1948 bei 30% bei der Einführung des Goldstandards und heute bei verschwindenden 1,4%. Dies deutete auf eine starke Unterbewertung des Goldes oder überbrodelnde Geldmenge hin.
So sind die Mindestreserven der Geschäftsbanken im Laufe der Zeit immer wieder nach unten korrigiert worden, um eine noch größere Kreditschöpfung zu ermöglichen. Ein möglicher wirksamer Schutz gegen Inflation und Enteignung ist der Besitz von Edelmetallen. Sinnvollerweise in Münzform. Diese haben die letzten Jahrtausende überdauert und wurden von Generation zu Generation weitervererbt.
Autor: Ulrich Lindemann info (ät) invest-1×1.de
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